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InhaltModelleFrankreich > Jouet de Paris (JEP)
Firmenzeichen 1930-1964

Le Jouet de Paris (JEP)

Firmenzeichen 1965-1968
Aufkleber auf den Zugpackungen Baugröße 00 Mitte der 50er Jahre. Die dargestellte Lok ähnelt der 231 "Flèche d'Or" in Baugröße 0

Le Jouet de Paris

Die Marke 'Le Jouet de Paris' (JP) entstand 1902 durch den Zusammenschluß mehrerer Spielzeugfabrikanten. 1908 wird eine neue Produktionsstätte in Montreuil s/Bois eröffnet. Nach einem vernichtenden Brand am 28. April 1909 in dieser Fabrik ist 'Le Jouet de Paris' bankrott und wird von der 'Société Industrielle de Ferblanterie' (SIF) übernommen. Die Marke JP bleibt aber erhalten und wird ab 1910 in J.de P. und ab 1930 in JEP umbenannt.

Von Anfang an werden Bodenläufer und Uhrwerksbahnen auf Schienen in den Spurweiten 1 und 0 sowie Autos und Schiffe hergestellt. In den zwanziger Jahren kommen elektrische Eisenbahnen hinzu. Bereits von 1926-1934 wird eine 'Mignon' Bahn mit einer Spurweite von 18 mm (ähnlich der Bing Tischbahn) angeboten.

JEP - Mignon

Foire International de Paris, 1954

In den dreißiger Jahren steht JEP mit den Spur 0 Bahnen in starker Konkurrenz zu Märklin und Hornby. Besonders hervorzuheben ist der prächtige "Fleche d'Or" Zug, weite Verbreitung findet die 120 Dampflok mit Stromliniengehäuse. Kriegsbedingt wird die Spielzeugproduktion ab 1941 zurückgefahren und 1943 ganz eingestellt. Ab 1948 kann die Produktion wieder aufgenommen werden. In den fünfziger Jahren erlebt die Spur 0 noch einmal einen Aufschwung mit originalgetreuen Lokmodellen in Druckguß-Technik (131 TC, BB 8101, CC 7001, 141 P).

Ab 1948 werden auch Modellbahnen in der Baugröße 00 (ab 1955 als H0 bezeichnet) produziert. Mitte bis Ende der 50er Jahre erleben diese Modelle ihren Höhepunkt (z.B. mit den 26,5 cm Personenwagen aus Blech), das Angebot wird stark ausgebaut. Aber schon Anfang der 60er Jahre bekommt JEP die verschärfte Konkurrenz der anderen Anbieter (wie z.B. Hornby-Acho und Jouef, aber auch den wieder importierten deutschen Marken) zu spüren. JEP reagiert mit einer Reihe von Billigmodellen (mit mehr Plastik und weniger Metall, Modellserie 61), kann damit aber keine entscheidenden Marktanteile mehr zurückgewinnen. Eine zwischenzeitlich eingeführte Spur S erwies sich ebenfalls als wenig erfolgreich. 1964 (Spur 0) bzw. 1966 (Spur H0) wird die Modellbahnproduktion eingestellt. 1968 erscheint der letzte Katalog. Die Rechte an der Marke JEP verbleiben bei der Société Industrielle de Ferblanterie.

JEP - Spur 0

Kurioserweise existiert von 1953 bis etwa 1960 parallel zur Spur 00/H0 bei JEP eine Spielbahn der Spur S (Spurweite 22,5 mm). Restbestände der Dampflok dieses Sortiments werden von 1961-64 in Zugpackungen der Spur H0 verwendet.

JEP - Spur S

00/H0 Bahnen von JEP

Moteur AP5 Foire International de Paris, 1954Die erste 00 Lok von 1948 (Dampflok 232U, Ref.Nr. 5653) hat einen Wechselstrom-Motor der Serie 56 (entstanden aus 0-Serie 59). Ab 1952 wird der Gleichstrom-Motor AP 5 eingebaut, die Ref.Nr. dieser Loks beginnen mit einer 6xxx. Dazu gehören die Transformatoren der Serie 60. Besonders hervorgehoben wird die Möglichkeit zum Fahrtrichtungswechsel bei dieser Technik.

Sind die bevorzugten Materialien am Anfang noch Druckguß (Loks, Güterwagen) und lithografiertes Blech (Personenwagen), so wird ab 1953 auch Kunststoff eingesetzt (E-Lok 2D2, Ref.Nr. 6007). Das Kunststoffgehäuse dieser Lok neigt allerdings stark zum Schrumpfen. Die später verwendeten Kunststoff-Sorten sind von besserer Qualität.

Aufkleber auf den Zugpackungen Baugröße 00 Anfang  der 60er Jahre. Die Dampflok ist ein Modell in Baugröße 0 (Ref. 6066), alles andere sind 00 Modelle.

In den letzten Produktionsjahren versuchte man noch mit Billigmodellen (z.B. E-Lok BB 16500) verlorene Marktanteile zurück zu gewinnen (Serie 61, Gleichstrom). In den Zugpackungen wurden sogar Lokgehäuse der eingestellten Spur S (bestand von 1953-61) aufgebraucht. Zur gleichen Zeit wurden auch Modelle anderer Hersteller (Reisezugwagen von Rateau) vertrieben.

Sowohl die Wechselstrom- als auch die Gleichstromloks werden im 3-Schienensystem mit isoliertem Mittelleiter betrieben. Ab 1963 können die Loks aber auch mit isolierten Rädern für das 2-Schienensystem bestellt werden.

Von 1948-54 wird ein Böschungsgleis aus Blech (ähnlich dem Märklin Metallgleis) hergestellt. 1955 wird auf ein Gleis mit Kunststoff-Schwellen umgestellt. Die Schienenprofile bestehen aus Hohlblech (silber), der Mittelleiter ist ein Messingdraht. Die Zugpackungen JEP.2(3).H0 enthielten einfache Blechschienen (ähnlich den alten Spur 0-Schienen).

Außerdem gab es reichlich Zubehörmaterial (Signale, Gebäude).

Jouet de Paris (aus Wikipédia, Sprache: französisch)

Kataloge

Gleispläne

Artikelliste

Literatur

  • Clive Lamming, Cent Ans de Trains Jouets en France; La Vie Du Rail 1981
  • Clive Lamming, JEP - Le Jouet de Paris 1902-1968; Adrien Maeght Editeur 1988
  • Clive Lamming, Encyclopedie du Train-Jouet français; Editions du Collectionneur 1993
  • Les trains JEP en écartement H0, de 1948 à 1960; La vie du jouet, No 92
  • Les trains JEP en écartement H0, de 1960 à 1964; La vie du jouet, No 93

Nähere Angaben zu den Büchern auf der Literatur Seite.

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